“Ein Aktivierungs-…was bitte”

[Atmo: In der Küche läuft laute Musik]

Ihr arbeitet irgendwie in der Kreativbranche und Euch fehlt noch ein Geschenk!? Wunderbar! “Here we go.” (Madonna) Aus gegebenem Anlaß möchte ich heute allen kurzenentschloßenen Weihnachtskäufer/innen das Buch Hartz IV und wir von Anna Waak empfehlen. Es ist bereits 2014 erschienen und kostet nur 6,99 Euro. Jedes verschenkte Buch ist eine gute Tat! Ich bin keine Hartz IV Empfängerin, aber ich habe heute einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein vom Arbeitsamt in die Hand gedrückt bekommen. “I don’t think you are ready…” (Destiny’s Child) Und ob ich ready bin. Fake it Baby! Nur zu gerne würde ich diesen Gutschein gekonnt fälschen. 200 Fähigkeiten fallen mir ein, in denen ich mich unglaublich gerne weiterbilden lassen würde: Hacking, Videoschnitt, kreatives Schreiben, Clowning, Gesangsunterricht, Tango (mehr Emotionen braucht das Land)… “Freak out” (Chic) Oh yes, I freak out…in fact I am dancing in my kitchen to get rid of this frustration… was ich ganz sicher nicht brauche ist ein Einzelcoaching in Sachen “Erarbeitung von Selbstvermarktungsstrategien”. Im Internet google ich was so ein Einzelcoaching (12 Unterrichtseinheiten) Vater-Mutter Staat wohl kosten wird…um die 500 Euro. Holy shit. Das ist in etwa die Hälfte von dem, was ich derzeit monatlich netto an Arbeitslosengeld I ausgezahlt kriege (und allen arbeitslosen Musikern, Schauspielern, Autoren, etc. pp geht es ähnlich). Was für ne S*** Die Websites der Anbieter in Rostock (die ich auf die Schnelle finde) sind unterirdisch. Nur noch Musik kann da helfen und siehe: wärend ich höre und schreibe kommt mir noch der Gedanke, dass es da doch schon mal ein Buch gab…Eine schlichte Empfehlung. Man muss einfach behaupten (und wirklich…das MUSS SICH JETZT MAL DURCHSETZEN), dass Hartz IV und Arbeitslosengeld I bereits die Vorstufen zu einem bedingungslosen Grundeinkommen sind – mit dem wir die Projekte umsetzen, die wir eigentlich machen wollen und als sinnvoll für diese Gesellschaft erachten. In diesem Kontext ist so ein Aktivierungsgutschein dann nur noch eine (leider) unnütze Verpflichtung, die es auch noch abzuschaffen gilt. “The odds are that we will probably be alright.” (Barenaked Ladies) Auf einer dieser “nützlichen” Konferenzen, die ich regelmäßig besuche wurde, mal eine kleine selbstprogrammierte Software vorgestellt die Rilke-Zitate nach einem Logarithmus neu zusammen baut und permanent Lyrik produziert. War es wirklich Rilke? Ich weiß es nicht mehr…jedenfalls schön, oder? Die Energie ist verpufft. Texte, die keiner braucht!

Oh Dear! Good night!

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Living on the Coast

Let’s recap 2018 in a few sentences and with a collection of pics of my favorite places here on the Baltic Sea.

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It’s been the first year living on the coast in Germany for me and I really like it. The fresh air, the views, the beach – BBQ at the port. What I struggled with somehow is the popularity of the region. June till August the area was flooded with tourists and I got bugged.

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I moved to Rostock to work for the theater here, but as some of you know that was only a limited contract. January till Septeber I worked a lot and didn’t realized how quick time was running. The first few months I still thought that somehow we would work it out and might find a way how I could stay at the theater, but arround the beginning of the summer I knew: it’s not gonna happen. I realized it too late actually and should have applied for a new job earlier. Since October I am “swimming” around not knowing what to do next. Hence I like Rostock I find it difficult to search for a new job somewhere else in Germany and became picky applying. I have no idea where I will end up in 2019, but I hope it won’t take to long to find it out. 

Take care and thanks for fallowing me on my blog/journey. It’s always nice to hear from you arround the world, so let me know how things are going for you! You can also let me know about topics you want to hear more about! I would be glad to be your personal reporter. 🙂

I wish you all Merry Christmas and a Happy New Year 2019!

Corinna

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Christmas Market in Rostock (2018)

 

Hoop like you mean it!

Didn’t she start that Hoop Love Coach Teacher Training in the fall? Yes, I did! Belated note, but worse to mention because it made me happy: I finished the 12-week course successfully and can officially call myself a Hoop Love Coach now. Sounds cool, eh?! Even, if most people will have no idea what that actually means and might wonder, why all of a sudden I use pink to highlight this. Smile. I learned a lot during the course and it’s inspiring to be part of the global hoop love coach community. Two weeks ago, Deanne Love organized a global little hangout and eleven awesome hooping peeps from around the globe joined the live call. I love the digital age for these possibilities. You can brainstorm with people, you can connect, you can share knowledge, you can ask for help, you can organize a crowdfunding for your project and what not these days! I am working on a logo, a little video and a new hoop blog as an outcome of the course too. Special thanks to Elisabeth Færøy Lund (also a Hoop Love Coach) by the way! She was so kind to video chat with me for about one hour and shared her experiences – a very inspiring mind. Check out her website “Hoop n Hike”.

And now: Hoop like you mean it with me and take care!

Corinna

 

Tanzschnack

<For English please scroll down!>

Ich bin nicht sicher, ob sich dieses norddeutsche Wortspiel “Tanzschnack” durchsetzen wird, aber die Stimmung auf diesem Event war gut. Am 30.11./01.12.2018 trafen sich ca. 30 tanzbegeisterte und/oder im Tanz arbeitende Menschen aus der Region Mecklenburg-Vorpommern, um das tänzerische Treiben voran zu bringen. Das Netzwerktreffen fand im Rahmen des geförderten Projektes “Vorpommern tanz an” (Tanzpakt Stadt Land Bund) statt. Im sehr schönen Schloss Bröllin, dass durch einen Verein seit 1992 in unermüdlichem Einsatz liebevoll  in eine Kulturoase verandelt wird, wurde geschnackt, sich bewegt und am Kamin diskutiert. Was gibt es schon, was fehlt noch und was würden wir uns wünschen für die nächsten Jahre. Behält noch jemand den Überblick bei all den Projekten und Fördermöglichkeiten? Nein. Dann informiert Euch! So sieht ein Tisch mit vielen Flyern aus:

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Ich kannte den Arbeitskreis deutscher internationaler Residenzprogramme zum Beispiel auch noch nicht, aber inzwischen bin ich sicher: es gibt für alles bereits eine Homepage! Was wir sicher nicht brauchen, ist eine weitere neue Plattform (das war auch Thema)! Lasst uns die nutzen, die es gibt! Den Festivalfinder, die Seite Dancing Opportunities oder das Cultural Mobility Information Network.

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MV: Alle Teilnehmer haben mal eingetragen, wo sie aktiv sind. 🙂
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Sascha Löschner, Dramaturg am Theater Vorpommern, in Aktion mit weiteren Teilnehmern.

Bei solchen Treffen fällt vorallem auf, dass es mehr gibt, als man wusste und das man bestimmte Regionen noch nicht erreicht hat – obwohl garantiert überall tanzbegeisterte Menschen in den Dörfern zu finden sind. Vertreten waren große Institutionen (Theater Vorpommern, Volkstheater Rostock, Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz), feste Instanzen der freien Szenen (z.B. Perform(d)ance aus Greifswald, Schloss Bröllin e.V. oder Burg Klempenow), einzelne Vertreterinnen aus Vereinen in der Regionen und nicht zu vergessen zahlreiche Berlinerinnen mit verschiedensten künstlerischen Hintergründen. So spannend ich den Austausch zwischen den Vertretern verschiedenster Institutionen, Dachverbände und Vereine auch finde, waren es mir doch wieder zu wenig Tänzer und Choreografen an Bord. Müssen die wirklich immer alle arbeiten, erreicheit man sie mit einer solchen Einladung (noch) nicht oder bleiben sie schlicht nicht in Vorpommern, wenn sie nicht fest an einer der Institution hier in der Region arbeiten (Volkstheater Rostock, Theater Vorpommern, Mecklenburgisches Staatsheater Schwerin, Deutsche Tanzkompagnie Neustrelitz)? Fragen über Fragen! Der hier begonnene Austausch (es war bereits das zweite Treffen) ist auf jeden Fall der richtige Weg. Ich freu mich auf die Tanzfeste in Greifswald und Stralsund, die angekündigte Premiere eines neuen Tanzstückes und auf alle weiteren Aktionen im Rahmen von “Vorpommern tanz an”. Meine schreibenden Kollegen*innen in den Kulturredaktionen kann ich nur ermutigen Augen und Ohren offen zu halten und darüber zu berichten.

 

“Tanzschnack” (Low-German slang for “dance talk”) was a networking event that took place for two days in Boellin / Germany (30.11./01.12.2018). About 30 people with various dance or theater backgrounds and people who are generally insterested to support local dance struktures (professional and non-professional) met to discuss and learn more about the regions diverse dance scene. The meeting was organized withing the framework of a project called “Vorpommern tanzt an” (project period 2018-2020)  that is funded by the German government to support dance in the region Western Pomerania in Northern Germany. To find out more about “Vorpommern tanzt an” please check the website of the projekt or contact one of the three partners that are participating (Theater Vorpommern, perfom(d)ance & Schloss Broellin).

Train Ride Thoughts

A Tuesday morning in late November. I am sitting in an Inter-City (IC) train on my way to Rostock. The train was 15 minutes late and the sign on one of the doors (“door not in use”) reminded me, that I just heard a talk on the radio this weekend about the situation of the German train company Deutsche Bahn. Fallowing an internal report 4 out of 5 trains have some sort of technical problem at the moment, the infrastructure is old and they can’t find enough professional stuff. Engine drivers are especially rare it seems! This morning I am pleased anyway, because I am sitting in one of these old first-class wagons, that are now used in the second class. They were really well designed. Plugins on every table. Lot’s of store room for luggage. I enjoy the space to work on my laptop and the view outside the window. “Good morning. Fresh coffee anyone?” a caterer is asking. Traveling by train can be a unique experience and is part of the German culture. I remember the good old days, when it was possible to open the windows or listen to music and radio stations just by plugging in your headphones into the arm of a chair in the train. I liked it. I remember a time, when we had way more lovely and busy little train stations across the country. I have also seen family friendly wagons with play areas for kids a few years ago (what happened to that great idea?) and I still hope they will invent an Inter-City-Express (ICE) with a wagon for bikes. Imagine how easy life would become: you could transport your bike from say Hamburg to Paris, without spending hours/days in slow regional trains. In fact, that is the reason why my bike stood in a cellar in Cassel the whole summer – because I was not able to bring it to Rostock by train in a reasonable time (say less than 8 hours).

Dear Deutsche Bahn: I know you can do better business and this is your century! I am waiting for affordable and convenient transportation by train and seriously: I am not alone! The railroad station in Goettingen is a good example: several hundreds of bikes parking there. All these people use trains. I don’t want to buy cheap super deal tickets months in advance. I want to be flexible by train (and by bike / tram) every single day all year round – from summer vacation by bike and train to Christmas Market hooping by train in December!

Nachdenken über Frankfurt am Main

Reflections on Frankfurt am Main and it’s drug scene and red light district in the so called Bahnhofsviertel (Main Train Station Area in the heart of the city center). No English translation availlable. Sorry!

Weltstadt, Messestadt, Bankenmetropole, Multikultizentrale. Ich war inzwischen nun schon ein paar Mal in Frankfurt und bin trotz der vielfältigen kulturellen Angebote kein Fan der Stadt. An das Bahnhofsviertel werde ich mich nie gewöhnen. Diesmal habe ich im Hostel “Five Elements” übernachtet und das liegt 5 Minuten vom Bahnhof entfernt – direkt im Rotlichviertel mit verbundener aktiver Drogenszene.

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My Hostel Five Elements – right next to a brothel
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One of the big brothels in Frankfurt

Gestern habe ich mir die Dokumentation “Junkies, Dealer, Polizei – Frankfurts Drogenpolitik auf dem Prüfstand” (ZDF 2018) angesehen, weil mir die Sache keine Ruhe ließ. Eigentlich sind es zwei Themen: Prostitution und Drogenmissbrauch. 21 Großraum-Bordelle und ca. 150 aktive Dealer im Bahnhofsviertel. In Frankfurt versucht man seit Jahren mit einer sehr liberalen Politik (dem “Frankfurter Weg”) den Drogenkonsum in den Griff zu bekommen, aber ich frage mich wirklich, was ich davon halten soll.

Mag sein, dass Frankfurt dank der sogenannten “Druckräume”, in denen unter vernünftigen hygienischen Bedingungen Drogen konsumiert werden können, tatsächlich weniger Drogentote hat als Berlin oder München, aber dennoch kann man das dahinvegetieren der Abhängigen täglich in diesem Viertel beobachten. Von Menschlichkeit in unserer Gesellschaft zeugt das nicht gerade. Mag sein, dass es besser ist nur gegen die Dealer massiv vorzugehen und nicht gegen die Süchtigen (ergo kranken) Konsumenten, aber wer will in diesem Viertel noch wohnen – gar mit Familie? Da reicht ein kurzer Spaziergang, um diversen Menschen zu begegnen, die vor den Geschäften Crack rauchen oder was auch immer genommen haben / nehmen und total fertig aussehen. Während ich am Sonntag im Hostel frühstückte wurde vor den Hostel-Fensterscheiben im Laufe einer Stunde mehrfach öffentlich sichtbar mit Drogen und (vermutlich) gestohlenen Laptops gehandelt. Wir Traveler waren sichtlich irritiert und kamen ins Gespräch. Vergleiche mit anderen Städten wurden diskutiert. “So etwas hab ich noch nicht mal in New York gesehen.” Polizei habe ich in den Tagen in denen ich dort nicht so viel gesehen, obwohl die Polizei seit Mitte 2017 sehr massiv dort im Einsatz sein soll. Das kann nicht der richtige Weg sein.

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View of the Elbestrasse – at the end of this street you will find lots of drug users and dealers

Mit dem Argument, das “gehört zu einer Großstadt dazu” kann ich wenig anfangen. Was soll das heißen? Das ich mich doch bitte an Elend und Kriminalität gewöhnen soll? Mit den Bordellen tue ich mich ebenso schwer. Warum müssen die so versifft aussehen, wie sie eben von Außen aussehen? Die Fenster mit schwarzen Plaistikmüllsäcker verhangen oder grauen Laken. Wer geht da rein? Wenn ich Sex schon als käuflich zu erwerbende Serviceleistung akzeptieren soll, was mir sehr schwer fällt, weil es meistens ein sehr schmaler Grad ist zwischen Zwangsprostitution, Prostitution aufgrund einer Sucht und tatsächlich freiwilliger Prostitution (die es ja angeblich geben soll), warum können dann die “Geschäfte” (Bordelle) nicht einigermaßen den Ansprüchen entsprechen, die auch für andere öffentliche Serviceeinrichtungen gelten. Wie wäre es mit sauber und rot (nichts spricht gegen dicke rote Vorhänge), statt abgewrackt und dunkel. Laufen die Bordelle dann Gefahr, dass die überweigend männlichen Kunden nicht mehr kommen, wenn es zu “anständig” aussieht? Ich werde das nie begreifen…aber leider boomt das Geschäft. Gerade in Frankfurt und gerade im Bahnhofviertel. Viele Pendler/Kunden, kurze Wege, Anonymität und gute Fluchtmöglichkeiten. Stadtentwicklung ist ein schwieriges Feld. Wohnraum in Frankfurt auch unbezahlbar. Wenn ich kann, fahre ich durch Frankfurt einfach durch.

Tanzfestival Rhein-Main

I miss so many Festivals that would be of interest for me just because I don’t know that they excist. The other day I was surfing around looking for informations and jobs and ended up learning, that there is a Rhein-Main Dance Festival going on right now. It’s the third edition of that Festival taking place November 2 till 18, 2018, in three big cities in the Rhein-Main region (Darmstadt, Frankfurt and Wiesbaden). The program was so interesting that I decided to spent the weekend in Frankfurt and Darmstadt all of a sudden (7 hours train drive / one way).

Theater Darmstadt
Staatstheater Darmstadt at night

What I think makes this Festival special is the huge effort they make to offer talks, diskussions and workshops to get the audience involved. I saw the awesome production “Sadeh21” (choreography by Ohad Naharin / performed by Hessisches Staatsballett) and the somewhat disappointing production “Fake” (choreography by Tim Plegge). Both performances took place at the Staatstheater Darmstadt – a modern theater build in 1972 (reconstructed 2002-2006). The white “mushroom-like” figures you see in the pic are entrances to the parking decks.

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Foyer Staatstheater Darmstadt

I also had a chance to finally enter the Kuenstlerhaus Mousonturm in Frankfurt. It’s a well known Off-Theater, artist residance and creative co-working lab in Germany with various stages and studios. The building used to be a soap production factory, but was reopened as a theater in 1988.

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Kuenstlerhaus Mounsonturm: The Future will be confusing

I joined two dance classes on Saturday morning (the house dance class was interesting / comparable to what this guy is trying) and the wonderful Tanzfest in the evening. The Tanzfest was a real social event. I would guess maybe 150 people – we switched partners all the time and tried a lot of group dances. It’s cool, because by the end of the night you know a lot of people at least by name. Who thought that Square Dance with a bunch of “old” and somewhat odd dressed couples could be so much fun! Or Historical Valse or Scottish Dances! Knowledge of the day: the steps of Traditional Greek Dances are very very very simple and the songs are so looong. You dance in circles like forever…maybe because of the Ouzo that you are supposed to drink while celebrating – no one is left behind. They make sure you can dance thus fun circle dances no matter what.

 

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