Weihnachtsengel

Viele Kreative verdienen sich in Nebenjobs etwas dazu. Ich bin in diesem Jahr zum ersten Mal Weihnachtsengel und verpacke an drei Tagen pro Woche sechs Stunden lang Geschenke in einer sehr großen Buchhandlung. Ich dachte, dass ist mal was Neues und vor allem ist der Arbeitsort WARM, was für Menschen wie mich mit Kälte-Utikaria ein entscheidendes Kriterium ist.

WARM ist allerdings relativ, denn unsere Verpackungswagen wurden direkt unter der großen Klimaanlage aufgebaut, was ich natürlich nicht auf dem Schirm hatte. Jedenfalls hatte ich gleich nach der ersten Woche eine dicke Erkältung.

Meine Erkenntnisse nach den ersten zwei Wochen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Ich habe Muskelkater im rechten Arm. Die Kunden sind zu einem großen Teil über 50 Jahre alt und kaufen Bücher für ihre Kinder oder Enkelkinder, in der Hoffnung, dass das Hobby Lesen überlebt.

Unglaublich beliebt sind Grimms Märchen, dich gefolgt von Pferdebüchern und Prinzessinnenbüchern aller Art. Neben den Büchern verpacke ich noch Spiele und natürlich auch zahlreiche Kinkerlitzchen, wie Servitten, Kerzen, Tees, Badeessenzen und Schneekugeln. Alles kein Problem für uns. Wir haben Papier und Tüten in allen erdenklichen Größen und jede Menge Schleifen. Für jedes Geschenk gibt es inzwischen eine Verpackungslösung.

Richtig anstrengend wird es bei Kunden, die gleich 3 oder 4 Kalender im Großformat kaufen. Da wurde uns bei der Verpackungsschulung (ja die gab es auch – 3 Stunden lang) gleich empfohlen auf dem Fussboden weiter einzupacken. Das sei auf dem Tisch einfach nicht zu machen. Da steht zu viel (Schokolade) rum (die wir zusätzlich noch verkaufen sollen…). Man könnte durchaus auch einen größeren Verpackungstisch kaufen, aber bis dahin betreiben die Weihnachtsengel (Aushilfen) zur Freude aller Kunden ihr Weihnachtseinpack-Yoga (passenderweise) vor dem Deko-Weihnachtsbaum. Derweil man die Kalender wunderschön verpackt hat, hat sich vor dem Tisch natürlich eine rießige Schlange gebildet und alle Kunden nach dem Kunden mit den Kalendern sind ganz erleichtert, wenn man hinter seinem Tisch wieder auftaucht, die Kalender übergibt und eine besinnliche Adventszeit wünscht.

Es kann weiter gehen, aber bitte mit Büchern höre ich meine innere Stimme sagen. Wir Weihnachtsengel im Einzelhandel sind mit 9,19 Euro Mindestlohn pro Stunde sowas von unterbezahlt. Mir tun die Flügel weh. Zu lange dauern darf es nicht, sonst werden die Leute grummelig. Bis jetzt hatte ich immer allein Dienst. Kaffeepause und mal eben auf Toilette gehen ist nicht…also liebe Weihnachtseinkäufer: seid geduldig mit den Menschen an der Kasse und anderswo jetzt im Dezember!!! Es geht wirklich nicht schneller, außer vielleicht, wenn Maschienen übernehmen, aber ich bezweifel, dass die alle Wünsche berücksichtigen würden. Mit Namensanhänger und Luftballon oder doch lieber ohne und nur mit Schleife, mit Lesezeichen, mir gefällt das Grün besser -> packen sie es doch bitte anders herum in das Papier ein. Ich habe hier noch so Anhänger gekauft…die bitte oben drauf als Deko. Die Kerze und die Servietten bitte jeweils zusammen (kann man machen, aber sieht halt blöd aus verpackt, weil das keine Form hat…) – ja sie haben recht, dann doch lieber in die Geschenktüte. Mein Trinkgeldhöchstsatz lag übriegens bei 3 Euro für ca. 200 verpackte Geschenke. Kommt aber auch oft vor, dass man gar kein Trinkgeld bekommt. Ist halt eine kostenlose Serviceleistung und die nehmen die Leute gerne lobend in Anspruch. Wo es doch sonst schon nichts umsonst gibt und alles so teuer geworden ist.

Manchmal hat man auch Kunden die einem nebenbei sehr viel erzählen à la: Wenn meine Tochter so weitermacht gibt es im nächsten Jahr überhaupt keine Geschenke mehr. 

Ich hoffe Ihr habt schon alle Geschenke beisamen und selbst individuell hüsch verpackt. Weniger Stress – bessere Stimmung. Ich wünsche Euch eine entspannte Adventszeit!

Euer Weihnachtsengel auf Zeit

 

Hoop News

I hope you all feel hoopy woopy great- at work, at home or on the road!!? Passion and practice is all it takes, if you wanna learn something new.

It’s been a year of learning balance and flow for me. Still working on my handstand. I miss the circus class that I started in Halifax. I just edited a short winter flow clip that you can watch here. I recorded it in January this year at the harbor in Rostock and forgot about it. Winter always means less chances to practice hooping, because it’s getting to cold to hoop outside here in Germany. Hoops love skin contact…clothes make it so much harder to hoop, so every winter flow is challenge. Always wondering how Canadian hoopers solve this problem. Send me your tips and links! 🙂

Cheers from Warnemuende and Rostock! I’m off for my indoor dance class at Tanzland Rostock…

Corinna

PS: More hoop pics and clips coming up…realized I collected quiet a bit of material over the last few years.

 

Soccer Excursion: 6:1 for Germany

If you follow my blog on a regular basis you know, that I’m not a big soccer fan. I watch games now and then during World Cup and usually I cross my fingers for the smaller teams.

Last week however I got pretty excited over the European Championship qualification for Germany. The team won 6:1 against Northern Ireland. I got invited by my friend Maika, who happens to be the Team Manager of the national German soccer team and the first woman ever in this position by the way, to watch the game live at Frankfurt stadium. Continue reading Soccer Excursion: 6:1 for Germany

“Etwas können, was kein Anderer kann”

Fotocredit: Karl und Monika Förster / Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Tilo Nest und Ensemble erschaffen für Tyll mit Papierbögen und Erde einen faszinierenden Bühnenkosmos am Hessischen Staatstheater Wiesbaden

 „Schaut, der Tyll ist da!“ Auf der dünnen Schnur, hoch im Bühnenhimmel, erscheint ein Fuß…dann ein zweiter…ja, da balanciert er doch – der Tyll!!! „Ihr Deppen. Ihr Narren“ – jetzt schmeißt schon Euren blöden rechten Schuh! Tumult bricht aus. Es ist eine herrliche Szene, die Daniel Kehlmann in seinem gleichnamigen Roman geschaffen hat, und meine Lust im Theater war groß, den Schuh zu werfen.

Am Staatstheater Wiesbaden hat Regisseur Tilo Nest „Tyll“ für die Bühne adaptiert und ihm gelingt, was Daniel Kehlmann mit seinem Roman gelungen ist: seine Zuschauer sofort in den Bann zu ziehen. Trotz oder gerade wegen der düsteren Zeit, in die Kehlmann die Handlung verlegt hat: den dreißigjährigen Krieg. Keine leichte Kost!

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Buch und Bühne ist der Kunstgriff, dass der Tyll von zwei Schauspielern – dem jüngeren Paul Simon und dem älteren Rainer Kühn – verkörpert wird. Beiden schaut man sehr gerne zu, bei ihrem fantasievollen Spiel, aber diese Regieidee ist die Einzige, die vielleicht unnötig war.

Bei einigen Zuschauern, vor allem, wenn diese das Buch nicht gelesen hatten, sorgten „die zwei Tyll“ für Verwirrung (ich habe in der Pause erklärende Gespräche mit meinen Nachbarn geführt) und ich persönlich hätte dem jüngeren Tyll lieber dabei zugesehen, wie er auf der Bühne kontinuierlich seine Figur entwickelt, aber verziehen. Dramaturgisch ist der Einfall nachvollziehbar, denn der Tyll (oder Till Eulenspiegel) ist eben nicht irgendeine Figur, sondern der Narr der Narren, für den es verschiedene literarische Quellen gibt, und der bereits seit dem 14. Jahrhundert seine Späße treibt. Da darf man verstärken, überzeichnen, verdoppeln und den Zuschauer durcheinanderbringen. Continue reading “Etwas können, was kein Anderer kann”

Artist in Residence – My Experience

The very fact that Artist in Residence programs exist is great. It means that there are people in this world who believe that art is extremely important and that our work – the thinking and creating or whatever it is that an artist will do while being a resident – is worth the “investment”. It’s an effort and the opposite of the principle of knowing what you “buy” or “get” that is ruling our world. A residence is based on trust in a human being. It’s meant to offer freedom. Continue reading Artist in Residence – My Experience

Harvest Jazz & Blues Festival in Fredericton

I honestly had a fantastic weekend in Fredericton!!! Drove down there on Friday for the Harvest Jazz & Blues Festival. The city was packed as Robert Plant (former lead singer of Red Zeppelin) and The Sensational Space Shifters gave a convert on the main stage. I had a 40 $ pass for the Hoodoo House venue and my highlight was the Ben Racine Band. It’s impossible to describe how the lead singer Ben Racine and the Tenor Sax Kaven Jalbert and Baritone Sax Mat “Moose” Mousseau communicated intuitively on stage (and the other 4 players too). All the songs made me swing and shake. It was great crowd. More men than women (on stage and in the audience) and I felt rather young. Heard the cd that I brought on my way home today and the song “Contagious” is my favorite. They have never performed in Germany yet, but while they were signing my cd they told me it hopefully will happen 2020. Continue reading Harvest Jazz & Blues Festival in Fredericton

Hurrican Dorian

I settled is here in Grande-Digue and had my first days at work in Moncton. The Downtown Dances event was great fun (the three mayors danced and I was wondering how I could convince any mayor in Germany to support a local company in this way) and I met Allen and Karen Kaeja and Marie-Josée Chartier, which all helps to quickly better understand the Canadian Dance Scene(s). Continue reading Hurrican Dorian

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