Workshop mit den Kulturfritzen

Ich wollte gerne noch über einen Workshop mit den Kulturfritzen berichten. Der fand Sonntag Morgen, ebenfalls im Rahmen der Konferenz Theater und Netz Vol. 5 statt. Das tolle an so einen Praxisworkshop, für den man nur eine Stunde Zeit hat und bei dem ganz unterschiedliche Leute zusammenkommen, ist, dass man in minimaler Zeit, den bestmöglichen Output anstrebt. Man spinnt einfach mal, was möglich wäre, wenn keiner sagt: “Nee…zu teuer, zu zeitaufwendig, wer soll das machen…” Die Intro der Kulturfritzen, alias Anne Aschenbrenner & Marc Lippuner, war deshalb kurz und knapp und an unserem Tisch haben wir im Fünferteam ergebnisorietiert eine kleine Projektidee entwickelt. Bereits am Samstag hatten andere Teilnehmer verschiedene Punkte gesammelt, die sich verschiedene Akteure (Publikum, Marketing, Blogger, Theatermacher) wünschen. Die Marketingabteilung z.B. wünscht sich mehr Diskurs, die Zuschauer wünschen sich einen einfachereren Kartenverkauf, die Blogger wünschen sich kreative Kooperationen und die Schauspieler/innen wünschen sich, dass mehr über sie gesprochen wird. Zummindest waren das die Antwortkarten, die uns zum arbeiten zugeteilt wurden. Dazu drei Kanäle: Facebook, Instagram und Playbuzz. Playbuzz kannt keiner von uns und dieses Kärtchen haben wir beiseite gelegt. Lektion 1: Nutze keine Kanäle, deren Funktionsweise Du nicht kennst. Also dann, wie stellt man das an? Unsere Aufgabe war es, innerhalb von 15 Minuten unter Verwendung von Facebook und Instagram einige Ideen zu entwickeln, welche diese Wünsche verwirklichen (könnten). Nicht so einfach. Wir haben uns dann ausgedacht, dass wir gerne verschiedene Blogger aus der Beauty- und Fashionszene einladen wollen, verschiedene Produktionen vorab exklusiv zu begleiten, um darüber zu berichten. (Die Kollegin vom Schauspiel Zürich konnte über interessante Erfahrungen berichten!) Ganz im Sinne kreativer Kooperationen und mehr Diskurs. Den einfachen Kartenverkauf könnte man evt. über Last-Minute-Kontingente via facebook einlösen. Auch eine “Blinde-Date-Gruppe” auf facebbok fanden wir gut, um Leuten die gerne ins Theater gehen, aber eben nicht allein, zu ihrem Glück zu verhelfen. Außerdem könnten doch Schauspieler/innen auf Instagram selbst Fotos von Proben posten, oder? Dann bestimmen sie endlich mal selbst das Bild und wie sie ins Licht gerückt werden. A la: “Schaut mal: Das ist das Ballkleid, dass ich in unserem neuen Weihnachtsmärchen tragen werde…ist zwar sehr phantasievoll, aber ich weiß nicht, wie ich mich darin bewegen soll.” Wir waren uns einig darin, dass eine Öffnung hin zu neuen Inhalten in den sozialen Medien mit einem (kleinen?) Verlust des geschützen künstlerischen Probenzeitraums einher geht. Es ist dann eben nicht mehr alles bis zur Premiere top secret. Auch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass sich nicht kontrollieren lässt, worüber die Blogger schreiben werden, wenn man sie einlädt. Wie im Journalismus, muss man ihnen diese Freiheit einräumen und daran müssen sich vorallem die Intendanten noch gewöhnen. Denn der Hinweis, dass wir Theatermitarbeiter/innen auf den Kanälen der sozialen Medien so schreiben, als würden die Sachen gedruckt werden, scheint mir sehr berechtig. Das führt dann dazu, dass Ausschnitte aus den Pressemitteilungen bei facebook gepostet werden und das funktioniert einfach nicht. Perfektionismuss macht auf diesen Kanälen ebenfalls keinen Sinn. Da wird über Meinungen/Eindrücke/Geschmack so geschrieben, wie gequatscht wird, und deshalb lesen die Leute es so gern…ganz nebenbei…im Zug, im Bus und in der Pause. Die anderen Teams haben übrigends die Entwicklung von “Visual Walks unter Verwendung von Drohnen” vorgeschlagen (diese Technik ist ja jetzt so günstig verfügbar), die von Zuschauern im Snapchatkanal bespielt werden oder “VR-obt” mit uns, eine VR-Proben-Erfahrung für Zuschauer, damit die auch mal erleben, wie anstrengend Proben sind (VR= Virtuell Reality). Freies Brainstorming ist wirklich eine super Sache. Viel effektiver als nicht endenwollende Sitzungen, in denen sich doch keiner traut mal was Neues vorzuschlagen, weil der Chef die Idee ja blöd finden könnte. Einfach mal machen, nehme ich als Impuls aus diesem Workshop mit. Merci an alle kreativen Teilnehmer, deren Namen ich nicht mehr auf dem Schirm habe. Schön wars!

PS: Playbuzz ist eine Plattform mit der man interaktiv Geschichten erzählen kann.

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Ideen unseres Fünferteams
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