Category Archives: Germany

Germany (my home country)

“I want to have text with you”

I have stolen the headline! A few days ago posters appeared in my neigborhood – in German of cause, but if you translate it, that’s what you get – a perfect hook. I googled the lines, because I hoped to find out more about the compain, but till then it all doesn’t really make sense. Funny enough there actually is an eglisch website called www.iwanttohavetextwithyou.com, but I don’t think this one has anything to do with the German campain in Rostock. Anyway, while I was thinking about it I realized, that I work in Rostock since September 2017, but never really said much about my new employer: the Volkstheater Rostock. This is how the theater looks like (front and stage door side).

Theatervorplatz
Forecourt view from the roof top
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Front Door
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Stage Door

You might think “Mmmh, this doesn’t really look quiet like a modern theater.” Right! In fact the historical building was bombed in 1942 during WWII. The city back then decided that the theater should move into a former ballroom kind of building until the theater would be rebuild or a new one build. Unfortunatelly locale politicans never managed to agree on and stick to the new idea and here we are: still working in the interim arrangement environment. 76 years later and the 124 season ahead of us, we are still waiting for the decision to built a new theater in the biggest city of the province Mecklenburg Pomerania. Before the wall came down this theater had about 700 hundred employees. Nowadays we have about 300. The year still has 365 days and we still produce about the same number of productions (arround 30) to keep the Repertoir system of a 4 section theater buisness (Drama, Dance, Opera and Orchestra) – that the German theater landcape is famous for – runing. Due to these facts we are working under very difficult conditions. Bottom line is we are far away from working with technology that would match international standards nowadays (we don’t even have a goods elevator to get the decorations on stage – it’s all moved by man power) and it’s difficult to gain new audiences, but we love what we do and we will do it old school until we get the new building. For Rostock hopefully in 2025. The theaters in the east of Germany struggle a little more, if you ask me, but a lot of theaters in Germany need to be renovated in the next few years. Fire protection is a huge topic everywhere. The old buildings don’t match the new standards. Technical Directors I talked with wonder why all these problems that are obvious don’t play a bigger role at the Universities. Our theaters are under construction and theater management skills one needs for these processes seem to be the key in the future ahead of us – and let’s not forget that we want to produce ART as well.

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Wenn schon Mai ist, dann ist der April wohl vorüber…

Mir ist der April irgendwie abhandengekommen. Wirklich. Ich versteh es nicht. Der war plötzlich vorbei, vorüber, vergangen. Jedenfalls ist er nicht mehr vorhanden. Vielleicht ist er in diesem Jahr auch ausgefallen. Gestern war jedenfalls der erste Mai und da gab es Klopfzeichen im Kopf. Hey! Du! Wo ist der April hin…hier im Blog ist er auch nicht anzutreffen, der April. Kein Eintrag. Nichts zu finden. Mmmm. Der Mai soll aber ein zuverlässigerer Zeitgenosse sein. Zuverlässiger als ich jedenfalls, denn ich gedenke gerade, den angedachten Besuch bei der Konferenz Theater und Netz Vol. 6 am 6. Mai in Berlin in meinem Kalender zu streichen. Wird mir einfach zu viel. Zur Frage: “Wie können Theater mit Blogger*innen Diskurs gestalten und das Publikum mit einbinden?”, die im Bloggerspace der Konferenz diskutiert werden soll, könnte ich wahrscheinlich eh nicht viel beitragen. Ich habe keine Zeit das Publikum in meinen einzubinden, weil ich gerade an einem unterbesetzen Stadttheater arbeite. Der Blog kommt nur im Schritttempo voran. Und an den Theatern hat auch (k)aum)einer Zeit. Wenn man das so schreibt und über die Klammern nachdenkt, dann kann das “Kaum einer”, “einer” oder “keiner” heißen. Oh man. Wie gut man doch Text produzieren kann, wenn man eigentlich kein wirkliches Thema und keine Zeit hat. Das tolle an der Konferenz ist, dass man die auch im Internet verfolgen kann. Man muss also gar nicht unbedingt hinfahren, sondern man muss nur wissen, wo man klicken muss, um Informationen zu finden.

Verzeiht mir, dass ich im Nachgang der Tanzplattform auch noch Beiträge versprochen hatte, die wohl nicht mehr kommen werden. Die Notizen wimmern leise vor sich hin und das Arbeitsbuch liegt eher unberührt und bereits leicht verstaubt hier links neben mir in irgendeinem Stapel. Die Stapel haben eine bessere Strategie als die Monate. Die tauchen nicht ab, sondern einfach so auf und werden immer größer. Bis man sie vom Schreibtisch auf den Fussboden verbannt, weil man sonst auf dem Schreibtisch kaum mehr arbeiten kann. Die Stapel, die bleiben auch einfach. Ganz hartnäckige Zeitgenossen sind das und wenn man wie ich derzeit gar keinen Schreibtisch in seinem Übergangs-WG-Zimmer hat, sondern nur einen 90×90 cm Ikea-Tisch, dann ist das echt ein Problem. Ich bin vom Thema abgekommen und die Zeit verstreicht. Genießt den grandios grünen Mai und geht ab und an mal spazieren, statt so unnützes Zeug zu lesen!

PS: Ich liebe die Kolumnen von Axel Hacke und Texte von Elfriede Jelinek und der Stil jetzt – hier – heute Abend, ist natürlich irgendwie geklaut, falls das jemandem aufgefallen ist. 

 

Was ist (ist das noch) Tanz?

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Auf dem Industriegelände des Zollvereins (Unesco Welterbe!) kann man sich wunderbar verlaufen, aber man findet die Hallen dann doch irgendwie zur rechten Zeit der nächsten Veranstaltung. Seit Mittwoch gibt es hier in Essen – auf der Tanzplattform in Deutschland – Tanz aus der freien Szene zu sehen. Auf das „in“ wird viel wert gelegt, denn das Team ist angetreten die Tanzplattform Deutschland zu öffnen und globaler zu denken. Nach fünf von acht Vorstellungen für die ich Karten habe, ist meine Stimmung durchwachsen. Es ist mir glaube ich zu wenig „Tanz“ (für mein Verständnis von Tanz) auf der Bühne, gleichwohl es durch und durch um Tanz geht. Nun muss ich dazu sagen, dass ich gerade aus der Produktion „The Last ideal Paradise“ vom Theatercombinat Wien/Claudia Bosse komme und die Vorstellung nach ca. 1h20 verlassen habe. Was ich gesehen habe, war eine sperrige (gut gemeint würde man sagen: intellektuelle) performative Installation von Menschen in silbernen Anzügen und bunten Pullovern, die neben anderen Dingen in einer Lagerhalle angeordnet wurden. Den ethnologischen Diskurs / die Thematisierung von Kolonialismus fand ich schwierig und habe es wahrscheinlich auch nicht verstanden. Was hängen geblieben ist, ist der Satz: „Es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Bewusstlosigkeit.“

Die Cocoondance Company mit „Momentum“ heute Vormittag hat mich da schon mehr interessiert. Wie es den drei zunächst vermummten Tänzern gelingt in so kleinen pulsierenden Bewegungen Spannung zu erzeugen und dies dann in einen raupenähnlichen Fortbewegungsmodus zu übersetzen war einfach faszinierend. Die Beweglichkeit in den Wirbelsäulen und in den Hüften sucht seines Gleichen und wir reden hier über gestandene männliche Kraftpakete – die durchaus auch als testosterongesteuert beschrieben werden können. Hier lag den auch die Schwäche der Inszenierung, denn die tänzerische Ekstase zu Elektrobeats bis zur totalen Erschöpfung läuft ins Leere.

Technisch überragend und sehr phantasievoll fand ich Rechard Siegals „Ballet of Difference“ gestern auf der großen Bühne des leider nur halb vollen Musiktheaters im Revier. Jede/r der Tänzer/innen besticht durch Eigenwilligkeit im körperlichen Ausdruck. Der Abend bestand aus zwei Teilen.  Die Kostüme mit ungewöhnlichen Luftpolsterversatzteilen im ersten Teil leiten dramaturgisch ein wenig in die Tierwelt – man denke an Insekten oder Salamander. Getanzt wird in Spitzenschuhen vor einer weiß leuchtenden Wand, was zum Teil dazu führt, dass man die Körper als schwarze Bewegungselemente wahrnimmt. Dann wieder tauchen die individuellen Gesichter im Licht auf. Klassische Technik wird wunderbar mit modernen Elementen kombiniert und bis Weilen auch parodiert und alle Hände sind dermaßen präsent. Im zweiten Teil ging es durch und durch um Rhythmus. In schwerem und lautem Schuhwerk wird von vier Tänzer/innen Sound erzeugt bis zum Höhepunkt mit dem Satz:“ Our ears are now in excellent condition.“

Soviel kurz zusammengefasst…ich muss gleich los nach Gelsenkirchen zur nächsten Vorstellung. Zu Claire Cunningham und Jess Curtis Abend „The way you look (at me) tonight“ schreibe ich nochmal einen extra Beitrag, weil die Thematik der Andersartigkeit so besonders ist.

 

FS Hoop Convention in Kassel 2018

Any Hoop Lovers out there??! I found out about another hoop convention in Germany and went right away – the weekend took place in February and the convention is different compared to the one in Hannover, that always happends in June. The convention is Kassel is way cheaper then the others, because they don’t fly in very well known teachers. Instead everyone who wants to try out teaching in welcome and can offer workshops. It’s all base one a share and inspire idea and organized via a facebook groupe that is called FS HOOP-Con. The location is really great and accessible by public transport. Unfortunately the organizing teams is doing a sabatical in New Zealand in 2019, but the convention will return in 2020. Here are some impressions from 2018.

 

The day at work before you go on vacation…

February already! Not sure, if this is a German thing, but my colleagues tend to panic before they go on vacation. We have two weeks off at the theater now and the last week was really stressful. All the things people want to get done and we all know it’s just not possible. Now I’m sitting in a hostel in Hamburg with a glass of wine and I’m exhausted. So I skipped doing something here like going to see a theater show or so. I walked arround for two hours to find a nice place to eat and ended up in the theater bar of the German main theater here, but even that was a disappointment. All of a sudden, I was the only person in the hall, because all the guests left to see the show and the atmo was kind off weird – so I left. Usually theater bars are also open for other guests, but they close here once the show started. Really looking forward to spent a few days in Portugal. Never been there jet. Can’t wait to open my eyes and see the colors, be kissed by the sun and the positive spirit of the southerners! Learn a few new words, get inspired…any tips for Lisboa folks?

Dancing on the borders! Greifswalder Manifesto

For Artistic freedom! 200 theater people from Germany and abroad, a 6 hours workshop, discussions, writing down sentences, that are worse to write them down and an artist named Maxi Obexer, who wrote a kind of poem or statement out of all the sentences and thoughts: The Greifswalder Manifesto! News that fit to print. 😉

WAS UNS VERBINDET

Das Tanzen auf den Grenzen
Das Verharren auf der Schwelle
Sprachen, die uns um die Ohren fliegen
Gerüche von bestimmten Orten
Gefühle mit bestimmten Orten
Träume an bestimmten Orten

Was uns verbindet ist
Das Wissen, dass es „die Anderen“ nicht gibt,
dass es kein Inside und kein Outside gibt,
dass es keine Grenzen gibt, wenn wir sie nicht denken

Was uns unterscheidet ist, was uns verbindet
Privilegien, wenn wir sie teilen
Mehrheiten, denen wir nicht glauben

Was wir teilen ist:
Dem Zweifel zu vertrauen
Die Krise zu begreifen
Das Chaos zu verstehen
Den Gewinnern zu misstrauen
Nach den Verlierern zu suchen

Was uns verbindet ist, was uns verletzt
Was uns verbindet ist, dass wir verletzbar sind

Was uns verbindet sind:
Momente des Vertrauens
Momente der Schönheit
Momente der Tränen
Momente der Ohnmacht
Momente des Glücks
Momente der Zartheit
Momente der Härte

Das Innehalten vor dem, was uns trennt
Die Suche nach dem Schlupfloch
In das gemeinsame Feld
Das Lachen im offenen Feld.
Die Gegenwart im Dazwischen

Was uns verbindet ist
Gegen die Schwerkraft anzugehen
jeden Morgen aufzustehen
gegen die Kraft nach unten
gegen den Hass
gegen Gefühle, die zerstören

Was uns verbindet ist
Dass wir lieben

Bäume, die in den Himmel wachsen
Vögel, die den Himmel kreuzen
Sprachen, die uns um die Ohren fliegen
Rhythmen, die wir tanzen,
Stimmen, die nie verloren gehen
die im Universum weiterhallen
ein Universum, das wir teilen

Was uns verbindet ist
dass wir Gäste sind
Mit Wünschen, die wir teilen.

Was uns verbindet, ist, was uns verletzt
Was uns verbindet ist, dass wir verletzbar sind

Dass wir nicht aufhören können zu beginnen

 

Europe is a save thing, right? Nope…

Left the train and got lost in the dark: welcome to Greifswald – a small university town in the far north-east of Germany. Took me about 40 minutes to find the guest appartment and open that little magic black box with the key inside. I’m pretty sure no tourist from abroad would have been able to find out how to do this, because even I had to call the landlord, but hey: we are working on it, right, and the locals are very frendly here. „Just fallow the Ryck and you will get there“ – Ryck meaning water front. Tonight, when I left the theater I got lost again. Where did I came from? This roundabout with five options looked different 4 hours ago. I heard some english people talking about questions of directions as well, so I ask them to help me too, because I don’t have a phone with WLAN. Turned out to be an polish-american women (found out later it was Elzbieta Matynia), who is also here for the conference. Infact, I heard a lot of english on this very first night and that’s cool. They invited a lot of international artists/speakers and I hardly know any of the names on the program. First key note from Maxi Obexer focused on Europe and the European Union. Europe is a save thing, right?! We gave places and bridges the names to assured ourselfs, that Europe is reality…but how do we make sure that Europe is not only a reality in Brussels, but in our everyday lives. Her main thesis was in fact, that we can’t take Europe for granted, but have to work on positive narratives to make it work. Europe is at risk and we see developments in France, Poland, Hungary, Germany…acctually in a lot of countries right now, that people start to proclaim national narratives again with huge success. What do we share as european citicens? We stand in for human rights. We take over responsibility for the past. We opened the borders in the EU. What do we know about our neighbors? Not enough, that’s for sure. Europe is becoming less visible, but we are here to talk, to learn from each other and to share knowledge. Looking forward tot he next few days!  

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PaneL: Resisting Censorship
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Workshop: Agora