Späte Liebe – Akademischen Drama-Theater Twer zu Gast in Osnabrueck

Nach der Reise des Osnabrücker Symphonieorchester nach Wolgograd und noch vor dem Gegenbesuch des Wolgograder Symphonischen Akademischen Orchesters im Juni finden im April weitere deutsch-russische Begegnungen am Theater Osnabrück statt. Im Schauspiel setzt das Theater, zusammen mit dem Städtepartnerschaftsbüro,den Austausch mit der Partnerstadt Twer fort. Zwischen dem Akademischen Drama Theater Twer und dem Theater Osnabrück fand ein wechselseitiger Gastspielaustausch 1989, 2003 und zuletzt 2006 statt. Diesmal hat das Ensemble die Inszenierung Späte Liebe – Szenen aus dem Vorstadtleben von Alexander N. Ostrowski in der Inszenierung der künstlerischen Leiterin Vera Elfremova im Gepäck. Im Zentrum des Stücks stehen große Gefühle und Fragen der Ehre, ebenso wie die Lebenssituation einer verarmenden Anwaltsfamilie Ende des 19. Jahrhunderts. Ludmilla Gerássimona, die gutmütige und bescheidene Tochter des Anwalts, ist in Nikolai Andréjewitsch, den Sohnder Vermieterin der Familie, verliebt. Nikolai ist eigentlich einkluger Mann, aus dem etwas werden könnte. Er ist aber, zum Ärger seiner Mutter, der Trunkenheit und der Spielsucht verfallen. Um die Spielschulden zu begleichen und seine Ehre zu retten, muss Nikolai sich erneut Geld leihen. Die Mutter kann ihm diesmal nicht helfen. Ludmilla schickt ihm die dringend benötigten 50 Rubel und nimmt damit viel auf sich …
Gespielt wird in russischer Sprache. Eine Einführung in deutscher Sprache und ein Nachgespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern sowie einem Übersetzer bilden das Rahmenprogramm für die Vorstellungen am 13. und 14. April 2013, jeweils um 19.30 Uhr im emma-theater in Osnbrück.

(Text: Corinna Weber für Theater Journal des Theaters Osnabrück)

 

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Introducing Theaters II: Staatsschauspiel Hannover

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Staatsschauspiel Hannover im Januar 2016

 

The Staatsschauspiel Hannover has a long history, that goes back to the 19th century. The main building (Prinzenstraße) is a new, ultra-modern construction that opend up in 1992. The predominatly white building reminded me of a futuristic car park at first, but the large open space of the foyer creates an interesting atmosphere. Espacially because of the huge pictures of the ensemble and of productions, that one can see everywhere. There is also a theater museum with changing exhibitions inside of the theater. The entrance is free for people who have a valid theater ticket for the show of the day.

The Artistic Director since 2009 is the stage director Lars-Ole Walburg and he employed some of the best actors and actresses I know in Germany. Some of the artists worked at the Centraltheater in Leipzig for Sebastian Hartmann before they moved to Hannover. If you haven’t heard about Hartmann before, that might be an interesting theater research. His attempt to modernize the German state theater system and to push the boundaries was discused extensively in various theater journals over the years.

I saw the production “Maria Stuart” lately. Aesthetically I would say that the ensemble follows a post-modern agenda, where experimental theatrical perceptions and representations are created. The video trailers of the productions can give you a better idea of the different styles of directors like Sascha Hawemann, Martin Laberenz or Anna Bergmann. The actors are asked to make the audience aware of the live event and to involve them. They might break out of their roles and start to improvise or drink a beer with you, like it happend in “Maria Stewart” – here to ironically extend the farewell of Maria (the evening acuminates in here exhecution).

On how it is to sell a Newspaper like a homeless person – Selbstversuch als Straßenzeitungs-verkäuferin

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Konferenz der Dramaturgischen Gesellschaft 2016

 

Erfahrungsbericht zum Praxisworkshop Im Stadtraum – Wir machen den Weg frei mit der Berliner Choreografin Helena Waldmann

von Corinna Weber

Stellenanzeige:
“Die Gmunder Festwochen suchen für die Aufführung von Cosi fan tutte professionelle Sänger. Wir können Ihnen leider kein Geld bieten aber eine kostenlose DVD von der Aufführung.”

(Quelle: ARTbutFair)

Im Rahmen der Konferenz der Dramaturgischen Gesellschaft habe ich an einem Praxisworkshop mit der Berliner Regisseurin und Choreografin Helena Waldmann teilgenommen. Ausgangspunkt waren vier von ARTbutFAIR gesammelte, unangemessene (unverschämte?) Stellenausschreibungen, entsprechend dem vorangestellten Beispiel, und der im Januar 2016 von Intendant Christoph Nix in der Süddeutsche Zeitung veröffentlichte Artikel: Bretter, die kein Geld bedeuten. Helena Waldmann richtete zwei Fragen an uns: Wie schwer ist es heute von der Kunst zu leben und wird Kunst als Arbeit anerkannt?

In unserer kleinen Gruppe mit ca. 10 Beteiligten waren wir uns vom Chefdramaturgen bis zum Pressesprecher ziemlich einig, dass viele unserer KollegenInnen (Tänzer, Schauspieler, Dramaturgen) und zum Teil auch wir selbst ganz aktuell am/unter dem Existenzminimum leben. Kunst wird als Arbeit, bedenkt man unsere Universitätsabschlüsse, nicht angemessen vergütet. Ich persönlich würde sogar sagen, dass Kunst als Arbeit von Teilen der Gesellschaft nicht ernst genommen wird. Die Menschen, die Kunst als Arbeit schon irgendwie ernst nehmen und uns glauben, dass wir an der Belastungsgrenze angekommen sind, argumentieren wahlweise mit Sätzen, wie:
„Ja, aber Du wusstest ja, worauf Du Dich eingelassen hast bei der Studienwahl (…)“
„Damit kann man eben kein Geld verdienen, aber immerhin hast Du Freude an der Arbeit.“
oder
„Dann überleg doch mal, ob Du Dir nicht doch etwas anderes vorstellen kannst als Theater. Die Zeiten werden ja nicht besser.“
In solchen Äußerungen schwingen eine Anklage bezüglich der unklugen Wahl des Studienfaches, eine Abwertung der Studienleistungen aufgrund der vermeintlich selbstverschuldeten, problematischen beruflichen Situation und bisweilen eine negative Bewertung dessen, was man zum Wohlstand dieser Gesellschaft und zum Gelingen des sozialen Gefüges beiträgt mit. Wir Künstler liegen den Anderen auf der Tasche?! Ich bin diese Gespräche leid und muss als Dramaturgin wirklich lernen, mich entsprechend Helena Waldmanns Impulsgedanken, wie eine Bankerin zu verhalten und meine Künstler und mich selbst so gut zu beraten, dass wir nie wieder in die Falle tappen Energie, Ideen, Zeit und Nerven zu investieren, ohne nicht selbst dabei Geld zu verdienen. Denn von der Freude an der Arbeit und der Hoffnung auf Anerkennung und Erfolg kann ich meine Miete nicht bezahlen. Ich war in diesem Praxisworkshop also genau richtig.
Helena Waldmann hatte gelesen, dass sich das Klientel von Leuten, die die Berliner Obdachlosenzeitschrift Motz verkaufen zunehmend verändert. Es seinen nicht mehr nur Suchtabhängige oder in anderer Form ausgegrenzte Menschen, die diese Zeitung verkaufen wollen, um sich etwas dazu zu verdienen, sondern verstärkt auch Menschen mit künstlerischem / besserem Bildungshintergrund. Der folgende Artikel gibt entsprechende Einblicke. Darüber wollten wir gerne mehr in Erfahrung bringen und in einem Selbstversuch die Obdachlosenzeitung in der U-Bahn verkaufen. Ein konkretes Handeln, das man theoretisch als aktuellen Prozesses der Aneignung von Wirklichkeit beschreiben könnte, um diese mögliche Funktion des Theaters mal aufzugreifen.

Wir sind zunächst in die Redaktion der Motz gefahren und haben uns mit Christian Linde, dem Mitherausgeber und Mitbegründer der Motz, getroffen. Er hat sich erstmal für die improvisierten Räumlichkeiten auf einem fabrikartigen Gelände entschuldigte. Als Theatermenschen wunderte uns das alles natürlich nicht, denn wir wissen oft ganz gut, wie man aus der Not heraus agiert und das eben keiner die Mietpreise senkt oder eine Sanierung übernimmt, nur weil man sich für eine gute Sache engagiert. Den Kopf voller Input und Gedanken kauften wir am Ende des Gespräches jeder fünf Exemplare der Motz. Der eigene Kapitaleinsatz lag bei 2 Euro (0,40 Euro pro Heft). Wenn es uns gelingen würde die Zeitschriften für jeweils 1,20 Euro (empfohlener Preis) zu verkaufen, konnte jeder 4 Euro verdienen. Viel wichtiger war uns jedoch eigene Gefühle zu reflektieren, die Reaktionen zu beobachten, auf die brisante finanzielle Situation der Künstler und Dramaturgen in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Ich fragte mich, ob sich in dieser ambivalenten Situation jeder überwinden wird? Ist es provokant, wenn ich mich gut gekleidet auf den Weg mache, um eine Obdachlosenzeitschrift zu verkaufen? Wird man mir eher zuhören und glauben, was ich zu berichten habe, weil ich mich aufgrund meiner Bildung gut ausdrücken kann? Fühlt sich der wirkliche Obdachlose, dem ich vielleicht begegne, verarscht? Bewerten mich die Menschen mit Blicken? Fühle ich mich unwohl oder gar minderwertig?

Die Feedbackrunde nach unserer U-Bahn-Fahrt hat im Ergebnis deutlich gezeigt, dass jeder Teilnehmer ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht hat. Einige wenige haben sich wirklich nicht getraut, weil das Schamgefühl zu grpß war, sie das alles sehr beschäftigt hat, oder sie tatsächlich in der U-Bahn einen Obdachlosen getroffen haben und es dann unangemessen fanden diesem Konkurrenz zu machen. Die Mehrheit ist meiner Beobachtung nach aber durch das Experiment gestärkt und ermutigt wurden, mit dem Thema an die Öffentlichkeit heranzutreten, weil die Menschen positiv reagiert haben.

Mir persönlich ist es leicht gefallen, die Leute offen damit zu konfrontieren, dass ich einen Universitätsabschluss und mehrere Jahre Berufserfahrung habe und trotzdem auf keinen grünen Zweig komme. Ich bin gut darin zu beschreiben, warum ich einen Zustand als sozial ungerecht empfinde und argumentiere gerne, wenn es darum geht sich für das Theater stark zu machen. Nach 20 Minuten hatte ich alle Exemplare verkauft und einige Leute haben ein paar Euro gespendet. Es gab insgesamt wenige ablehnende Reaktionen, einige mir-doch-egal Äußerungen und vereinzelt gezielte Aufforderungen weiter zu machen. Ich habe auch ausprobiert nur mit der Zeitung durch die U-Bahn zu laufen und zu fragen, ob jemand ein Exemplar kaufen will, und das hat als Verkaufsstrategie übrigens überhaupt nicht funktioniert. Die Leute wollen “beschäftigt” sein oder sind “beschäftigt” und man kämpft gegen Smartphones und Ohrstöpsel, um einen Funken Aufmerksamkeit.

Das brachte einen Teilnehmer auf die Frage, ob unsere Erfahrungen den Mitarbeitern der Motz helfen könnten einen Leitfaden für die Verkäufer zu entwickeln oder ob es sinnvoll wäre sich ehrenamtlich als (Verkaufs-)Mentor zu engagieren und Verkäufer zu schulen. Die Kommunikationsstrategien allein werden aber nicht alle Gründe der Abneigung, der potentiellen Käufer gegenüber dem Verkäufer überwinden können. Es bleiben Momente der Belästigung durch Geruch und Ungepflegtheit, wie es eine Teilnehmerin zu bedenken gab, oder Momente der Irritation durch Verwirrtheit und nicht “norm-konformen” Benehmens, wenn ein psychisch und physisch erschöpfter Mensch in seiner Not handelt.

Im Ergebnis war der Selbstversuch für mich eine Erfahrung, die mir helfen wird, menschlich geduldig zu bleiben. Die Fähigkeit sich in andere Menschen hineinversetzen zu können und der Wille, dies trotz aller Bedenken und Gegenargumente zu tun, sind für die Theaterarbeit weiterhin ganz entscheidend.

Konkrete Recherche im Selbstversuch

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Schlagwort: Konferenz konkret. Der praktische Workshop mit Helena Waldmann zu dem ich heute spontan aus wirklichem Interesse daran gegangen bin (eigentlich hatte ich mich für den Workshop “Das Stadttheater retten in drei Stunden” angemeldet), war eine tolle Erfahrung. Kurz gesagt haben wir im Selbstversuch die Obdachlosenzeitung Motz in der U-Bahn verkauft und die problematische finanzielle Situation der Künstlerinnen für einen kurzen Moment öffentlich gemacht, aber viel wichtiger waren die Beobachtungen, Erfahrungen und Gespräche danach. Das Gespräch vorab zur Situation von Obdachlosen in Berlin und der Geschichte des Vereins war auch sehr spannend und aktuell. Darüber werde ich in einem extra Beitrag im Detail berichten. Nicht mehr heute Nacht, aber in den nächsten 72 Stunden. Die Produktion “Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs” von Milo Rau in der Schaubühne am Lehniner Platz war anstrengend und bedarf ebenfalls einer Reflektion, aber nicht mehr heute Nacht. 

Sustainable? Dramaturgy Conference Summary Day I -Was heißt hier nachhaltig?

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Sonnenaufgang in Berlin Kreuzberg
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Gespräch: Über den Tellerrand: Politik und Theater europaweit mit u. A. Omer Krieger, Madli Pesti und Wojtek Ziemilski.

Nachtkritik aus Kreuzberg. Das Schöne an einer Konferenz bei der viel mehr Angebote gemacht werden als mal wahrnehmen kann ist, dass man nie alles mitbekommt. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit in meinem Fazit zum ersten Tag. Auch will ich mich kurz fassen und überspringe gleich mal die vielen Grußworte und den knappen historischen Rückblick. Das erste Format unter dem Titel World Café fand ich noch am kommunikativsten (deshalb auch am sinnvollsten?). Da traf man sich willkürlich in einer vierer Gruppe mit Leuten, die man noch nicht kannte (wenn man nicht geschummelt hat) zum kennenlernen und sprach locker über das Thema der Tagung.

Mit den Keynotes begann das lange zuhören. Ingolfur Blühdorn konnte man bei einem inhaltsreichen Vortrag zum Thema “Simulative Demokratie – Politisches Handeln im Zeichen der Post-Politik” gut folgen. Wenn ich das filtere war für mich wichtig, dass wir als Dramaturgen vielleicht doch nicht gut beraten sind, wenn wir sofort und ohne Verzögerung etwas tun wollen. Der Handlungsdrang sei löblich, aber bedenklich. Er geht soweit, dass unsere Demokratie gerade zu einer Belastungsprobe wird und wir uns in einer Vorkriegszeit befinden, wenn wir eingestehen das die bestehende Ordnung und unser Wohlstand nicht zu halten sind. Antworten, wie konkret seine Emanzipation zweiter Ordnung aussehen könnte hatte er nicht oder ich habe seine Thesen an dem Punkt nicht mehr verstanden. Das gleichnamige Buch könnte es wert sein, das nochmal nachzulesen.

Zum zweiten Keynote von Nikita Dhawan unter dem Titel “To Protest or Not to Protest? Dissident Politics and the Erotics of Resistance” kann ich nichts sagen. Ich habe nach 10 Minuten den Saal verlassen, weil Herr Blühdorn überzogen hatte (die Pause wurde entsprechend gestrichen) und ich Frau Dhawan, wegen des starken indischen Akzentes bei ihrem schnellen, runtergelesenen englischen Vortrag, auch trotz Mühe nicht folgen konnte. Ich brauchte wohl Sauerstoff und Kaffee.

Bei “Evros Walk Water” von Rimini Protokoll Infos zur Produktion findet man hier bin ich noch rein gerutscht. Das ist eine gut gemachte musikalischen Mitmachinstallation / auch Reenactment von John Cage’s Walk Water bei der Kinder einem über Kopfhörer von ihren Fluchtgeschichten erzählen. Zum Teil sehr bewegend, wenn man z.B. hört, dass die Boote unerwartet aufgeschlitzt werden, sobald ein Schiff in Sicht ist, obwohl einige Kinder an Bord nicht schwimmen können. (Es besteht die Pflicht zur Rettung in Seenot geratener Menschen und diese Tatsache nutzen die Schlepper .)

Dann ging es rüber zur Heinrich-Böll-Stiftung (kostenloser Kaffee, Äpfel, Kekse für uns schlecht bezahlte, denkende Köpfe – DANKE!!!) und das Gespräch “Über den Tellerrand: Politik und Theater europaweit” war gut. Ich würde mir mehr internationale Stimmen auf der Tagung wünschen, weil die Künstler/Innen in Polen, Israel, Russland etc. tatsächlich viel zum Thema sagen können/könnten. Die politische Stimmung neigt sich nach rechts und ist obendrein oft auch konservativ geprägt.

Das Format Tischgespräche war meine Enttäuschung schlechthin. Ich war an Tisch 1: Geflüchtete und Stadtgesellschaft – institutionelle und informelle Strukturen der Begegnungen in den Künsten. Miteinander gesprochen haben wir nicht. Vorgetragen haben die zwei Referenten fast so lange, bis die Zeit mal wieder um war. Arg. Berlin Mondiale kann man als gutes Modelprojekt nochmal googeln und sich zu Gemüte führen.

Wäre ich doch nur gleich zur AG Tanz gegangen. Dort war ich dann erst eine halbe Stunde vor Schluss und selbst das hat mir viel mehr gebracht als die vergangene Dreiviertelstunde am Tisch. Helena Waldmann sprach über ihre Arbeit “Made in Bangladesh” und hatte sofort meine volle Aufmerksamkeit. Ich habe die Tanzproduktion leider noch nicht live gesehen, aber den Gedanken die Belastungen und die Ausbeutung der Näher/Innen mit denen zu vergleichen, denen sich Tänzer/Innen aussetzen, finde ich hoch aktuell. Sie fragte in der Diskussion auch, was heißt hier nachhaltig, wenn wir Tanzproduktionen im Staattheater nur fünf mal spielen und dann absetzen? Wo wir doch wissen, dass die Probenzeit für Tanzer/Innen körperlich und psychisch eine wahnsinnige Herausforderung und die größte Belastung ist. Die Probenzeit ist oft viel intensiver als die eigentlichen Vorstellungen, aber sie wir schlechter bezahlt. Sie arbeitet frei, weil man dann  viel leichter die Chance hat, weltweit auf Tour zu gehen und eine Produktion im besten Fall vielleicht 30 oder 50 mal zeigen kann. Außerdem sei es sehr wichtig zu reflektieren, wie eine Produktion sich verändert und warum sie – wo – welche – Reaktionen auslöst. Das gleiche Problem / Phänomen hat mir um 23 Uhr in den Sophiensaelen einen junge Tänzerin in einem anderen Zusammenhang auch beschrieben. Die gezahlten Probenpauschalen in der freien Szene sind problematisch, zumal man nicht weiß, wie erfolgreich eine Produktion werden wird und ob sich das Abarbeiten lohnen wird. Das Risiko tragen die Künstler mit.

Damit komme ich zum letzten Programmpunkt heute. Dem Besuch der Vorstellung “Schönheitsabend” von den Performancekünstlern Florentina Holzinger und Vincent Riebeek. Infos zur Produktion findet man hier. Körperlich gefüllt ein absoluter Kontrastpunkt zur Konferenzstimmung, gleichwohl es inhaltlich passt. Inspiriert von queeren Tanzpaaren aus dem frühen 20. Jahrhundert und in die heutige Zeit übertragen – Klassischer Tanz bis Poledance bis Softporno.  Kann man nicht beschreiben. Muss man sich ansehen! Überraschend, mutig, provokativ? In Berlin sicher nicht, aber in Kassel schon…und weil das sehr spezielle Publikum überwiegend knapp bei Kasse ist, gab es ein sehr leckeres Buffet.

Noch Fragen? Die Diskussionen sind eröffnet…

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Sophiensaele in Berlin

 

Was tun.Politisches Handeln jetzt.

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Die Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft in Berlin ist in vollem Gange und ich bin seit gestern in Berlin unterwegs. Es folgen bis Sonntag kurze Updates und Impulsgedanken, sofern ich irgendwo Internet habe und zum SCHREIBEN komme.

Folgende Inszenierungen stehen auf jeden Fall auf meinem Programm:

“Judith” in der Regie von Frank Castorf in der Volksbühne

“Evros Walk Water” Konzeption Rimini Protokoll/Daniel Wetzel in der Box des Deutschen Theaters

“Schönheitsabend” umgesetzt von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek in den Sophiensaelen

und “Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs” in der Regie von Milo Rau in der Schaubühne am Lehniner Platz

Sehen, hören, diskutieren…

Introducing Theaters I: The Young World Theater in Leipzig

Good morning!

I just had the idea to start a new series and introduce you with some theaters here in Germany, that I will visit in the next few weeks anyway. I am on my way to Leipzig for an interview, so I decided to start with: The Young World Theater (Theater der jungen Welt).

The Young World Theater is the oldest professional public theater for children and teanagers that we have in Germany and was founded in 1946. With about 50 employees and 700 performances per season it is producing visionary productions (fairy tales, puppet theater, dramas, everything you can think of)  on very different themes, that help children to understand this world better, to participate and to imagine ideas for a future worth living. The artistic director Juergen Zielinski and his team are  working highly effective and very successful to fulfill the mission to provide accessible quality theater regardless of age or social backround for every child in our society. The theater just won a price by Monika Gruetters, the secretary of arts and culture of the Federal Republic of German, for it’s outstanding repertoire and projects. The award ceremony will take place at the end of this month.

Check out the webside with all the lovely pictures and video clips to get a better idea of the productions.

Webside The Young World Theater in Leipzig

Let the childrens talk and listen, because, as the little king in the novel König Macius I (by Januzs Korczak) says: What is good for the children, can’t be bad for the adults.

So true! Enjoy the rest of your day!

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